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Dachbegrünung und Brandschutz: Wie sicher ist ein Gründach?

Brandschutz

Dachbegrünungen schaffen wertvolle Vegetationsflächen und bieten zahlreiche ökologische und bauliche Vorteile. Doch wo Pflanzen wachsen, spielt auch der Brandschutz eine wichtige Rolle. Besonders während längerer Trockenperioden können Pflanzenteile austrocknen und brennbar werden. Ein erhöhtes Brandrisiko entsteht dadurch jedoch nicht automatisch. Entscheidend sind die fachgerechte Planung, der richtige Aufbau und die dauerhafte Pflege des Gründachs.

Sind begrünte Dächer eine Brandgefahr?

Brennen kann bei einem Gründach vor allem trockene oberirdische Biomasse. Dazu gehören beispielsweise abgestorbene Gräser, Blätter oder andere vertrocknete Pflanzenteile. Wie groß die daraus entstehende Brandlast ist, hängt daher wesentlich von Art, Dichte und Zustand der Vegetation ab.

Die Pflanzen stehen allerdings nicht unmittelbar auf der Dachabdichtung. Zwischen Vegetation und Dach befinden sich Substrat und weitere Funktionsschichten. Vor allem mineralisch geprägtes Dachsubstrat kann die Ausbreitung eines Feuers nach unten begrenzen. Selbst bei starker Wärmeeinwirkung kann die Vegetation oberhalb des Substrats geschädigt werden oder brennen, ohne dass sich das Feuer durch den gesamten Gründachaufbau fortsetzt.

Für den Brandschutz muss deshalb zwischen brennbarer Vegetation an der Oberfläche und dem Brandverhalten des gesamten Dachaufbaus unterschieden werden.

Was bedeutet „Harte Bedachung“?

Eine zentrale Anforderung an Dächer ist der Schutz vor Bränden, die von außen auf das Gebäude einwirken. Genau hier kommt der Begriff „Harte Bedachung“ ins Spiel. Damit ist eine Bedachung gemeint, die ausreichend widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme ist.

Flugfeuer kann beispielsweise entstehen, wenn bei einem Brand glühende oder brennende Teile durch die Luft auf ein anderes Gebäude gelangen. Strahlende Wärme kann wiederum ein benachbartes Dach stark erhitzen, ohne dass die Flammen dieses direkt erreichen.

Auch eine Dachbegrünung kann die Anforderungen an eine solche widerstandsfähige Bedachung erfüllen. Dabei kommt es jedoch auf den Aufbau und die Ausführung der Begrünung an.

Welche Anforderungen gelten für den Brandschutz bei extensiven Dachbegrünungen?

Extensive Dachbegrünungen besitzen einen vergleichsweise niedrigen Aufbau und werden meist mit Sedum, Kräutern, Moosen oder niedrig wachsenden Gräsern bepflanzt. Damit sie als widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme gelten können, sind vor allem folgende Punkte relevant:

  • Substratschicht: Sie muss mindestens 3 cm stark sein und darf höchstens 20 Gewichtsprozent organische Bestandteile enthalten. Der überwiegend mineralische Aufbau trägt dazu bei, eine Brandausbreitung nach unten zu begrenzen.
  • Dachöffnungen: Zu Lichtkuppeln, Dachfenstern und bestimmten anderen Öffnungen sind ausreichende Abstände einzuhalten. Vegetationsfreie Bereiche können hier beispielsweise mit Kies oder massiven Platten ausgeführt werden.
  • Brandwände und Gebäudetrennungen: Auch an Brandwänden und vergleichbaren Bauteilen sind begrünte Flächen entsprechend zu unterbrechen, damit sich ein Feuer nicht ungehindert ausbreiten kann.
  • Größere Dachflächen: Bei weitläufigen Begrünungen können zusätzliche vegetationsfreie Streifen erforderlich sein, um zusammenhängende Vegetationsflächen zu unterteilen.
  • Vegetation: Art und Wuchs der Pflanzen spielen ebenfalls eine Rolle. Niedrige Vegetation reduziert die Menge an oberirdischer Biomasse und damit die mögliche Brandlast.

Welche Anforderungen gelten für den Brandschutz bei intensiven Dachbegrünungen?

Bei intensiven Dachbegrünungen sind die Voraussetzungen andere. Sie verfügen über deutlich stärkere Substratschichten und ermöglichen eine Vegetation, die von Stauden und Gräsern bis hin zu Sträuchern und kleineren Gehölzen reichen kann.

Die größere Pflanzenmasse klingt zunächst nach einem höheren Brandrisiko. Gleichzeitig liegt zwischen Vegetation und Dachabdichtung jedoch wesentlich mehr Substrat. Diese starke Substratschicht ist für die brandschutztechnische Beurteilung von großer Bedeutung. Intensive Dachbegrünungen werden daher fachlich grundsätzlich als widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme angesehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Gestaltung der Vegetation beliebig ist. Insbesondere bei höheren Gräsern, Sträuchern oder Gehölzen müssen mögliche Brandlasten sowie die Abstände zu Gebäudeteilen und Dachaufbauten berücksichtigt werden.

Welche Rolle spielt die Pflege für den Brandschutz?

Auch eine fachgerecht angelegte Dachbegrünung verändert sich mit der Zeit. Pflanzen wachsen und breiten sich aus, Fremdbewuchs kann entstehen und abgestorbene Pflanzenteile können sich ansammeln. Eine regelmäßige Pflege trägt deshalb dazu bei, den brandschutzgerechten Zustand dauerhaft zu erhalten.

  • Trockene Pflanzenreste entfernen: Abgestorbene Gräser, Blätter und andere trockene Biomasse sollten regelmäßig beseitigt werden, damit sich keine unnötige Brandlast ansammelt.
  • Fremdbewuchs kontrollieren: Unerwünschte Pflanzen und insbesondere Gehölze können zusätzliche Biomasse bilden und sollten frühzeitig entfernt werden.
  • Kies- und Plattenstreifen freihalten: Vegetationsfreie Bereiche erfüllen eine wichtige Trennfunktion und dürfen nicht nach und nach zuwachsen.
  • Technische Bereiche kontrollieren: Rund um Dachaufbauten und technische Anlagen sollte die Vegetation regelmäßig geprüft und erforderliche Abstände freigehalten werden.
  • Vegetationszustand beobachten: Besonders nach längeren Trockenperioden ist der Anteil trockener und abgestorbener Pflanzenteile im Blick zu behalten.

Was gilt bei Dachbegrünung und Photovoltaik?

Bei einem Solargründach verändert die Photovoltaikanlage die Bedingungen auf der begrünten Dachfläche. Unter und zwischen den Modulen entstehen unterschiedliche Licht-, Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse, wodurch die Vegetation stellenweise stärker, schwächer oder anders wachsen kann. Gleichzeitig kommen mit Modulen, Verkabelung und weiteren Bauteilen technische Komponenten hinzu, die beim Brandschutz berücksichtigt werden müssen.

Entscheidend sind daher vor allem:

  • Abstände zu den Modulen: Die Vegetation darf nicht unkontrolliert an Module und technische Komponenten heranwachsen.
  • Vegetationsfreie Bereiche: Vorgesehene Abstände und Trennstreifen müssen dauerhaft freigehalten werden.
  • Angepasste Bepflanzung: Niedrig wachsende Pflanzen reduzieren hohen Bewuchs und verhindern zugleich eine unnötige Verschattung der Module.

Sicherheit dank fachgerechter Planung

Beim Brandschutz eines Gründachs geht es nicht darum, jede brennbare Pflanze vom Dach fernzuhalten. Entscheidend ist vielmehr, eine mögliche Brandentstehung und insbesondere die weitere Ausbreitung eines Feuers zu begrenzen.

Dafür greifen verschiedene Maßnahmen ineinander: geeignetes Substrat, ausreichend dimensionierte Schichten, vegetationsfreie Bereiche, passende Pflanzen und eine regelmäßige Pflege. Bei Solargründächern kommt die Abstimmung mit der Photovoltaikanlage hinzu.

Brandschutz ist damit kein Zusatz, der erst nach Fertigstellung einer Dachbegrünung betrachtet wird. Er ist Bestandteil eines fachgerecht geplanten Gründachaufbaus.

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Dann stehen wir Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

BENNING Dachbegrünung GmbH – Wir sind ihr Ansprechpartner und Experte rund um intensive und extensive Dachbegrünung. Die Dachbegrünung ist ein Teilgebiet der Bauwerksbegrünung, welche sich aus Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung zusammensetzt.

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