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Die Grenzen von Dachbegrünung erkennen und überwinden

Grenzen von Dachbegrünung

Nicht jedes Bauvorhaben verläuft ohne Einschränkungen, besonders wenn es um die Gestaltung von Dachflächen geht. Während der Wunsch nach mehr Grün im urbanen Raum stetig wächst, stößt die Umsetzung auf Dächern immer wieder an technische, konstruktive und planerische Grenzen von Dachbegrünung. In diesem Spannungsfeld wird deutlich, wie entscheidend fundiertes Wissen und eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten für eine erfolgreiche Dachbegrünung sind.

Bauliche Voraussetzungen und Statik

Die Statik des Gebäudes ist eine der zentralen Grenzen jeder Dachbegrünung. Je nach Art der Begrünung – ob extensiv mit niedrigen Substratschichten oder intensiv mit umfangreicher Vegetation – entstehen unterschiedliche zusätzliche Lasten, die das Dach tragen muss.

Extensivbegrünungen liegen im wassergesättigten Zustand meist zwischen etwa 80 und 170 kg pro Quadratmeter, bei speziellen Leichtsystemen sogar um die 50 kg/m². Intensive Gründächer können hingegen Flächenlasten ab ca. 300 kg/m² oder mehr aufweisen.

Bestehende Gebäude müssen daher vor einer Begrünung auf ihre Tragfähigkeit geprüft werden. Insbesondere bei Nachrüstungen älterer Gebäude entspricht die vorhandene Struktur oft nicht den Anforderungen dieser zusätzlichen Lasten, sodass entweder eine statische Verstärkung notwendig oder die Begrünung nur in reduzierten Aufbauvarianten realisierbar ist.

Gefälle und Dachneigung als Grenzen von Dachbegrünung

Die Dachneigung zählt zu den entscheidenden Faktoren bei der Planung einer Dachbegrünung. Sie beeinflusst nicht nur die technische Umsetzbarkeit, sondern auch die Auswahl der geeigneten Begrünungsart, die Entwässerung und die langfristige Stabilität des Systems. Je stärker die Neigung, desto höher die Anforderungen an Material, Sicherung und Pflege.

  • Flachdach (0–5°): Besonders gut für extensive Begrünungen geeignet. Das Substrat bleibt gleichmäßig verteilt, jedoch ist eine sorgfältig geplante Entwässerung nötig, um Schäden durch Staunässe zu vermeiden.
  • Flach geneigtes Dach (5–15°): Auch teilintensive Begrünungen sind möglich. Schubsicherungen und feste Randeinfassungen helfen, das Substrat dauerhaft an Ort und Stelle zu halten.
  • Mittlere Neigung (15–30°): Hier sind spezielle Systeme erforderlich, etwa vorkultivierte Matten oder zusätzliche Halteelemente. Die Vegetationsauswahl ist eingeschränkt, Pflege und Kontrolle sind aufwändiger.
  • Steildach (über 30°): Begrünungen sind nur mit großem technischen Aufwand realisierbar. Mechanische Verankerungen und ein besonders leichter Aufbau sind unerlässlich, die Umsetzung erfordert individuelle Planung.

Aufbauhöhe und Gewicht

Die Aufbauhöhe einer Dachbegrünung, also die Dicke der Substratschicht plus Drainage und Schutzlagen, beeinflusst das Gewicht des Dachs und somit die Grenzen der Umsetzbarkeit.

  • Extensivbegrünungen arbeiten mit geringen Aufbauhöhen zwischen etwa 6 – 25 cm und niedrigem Gewicht, das häufig auch bei Nachrüstprojekten tragbar ist.
  • Intensive und halbtiefe Begrünungen benötigen deutlich höhere Substratschichten (teils über 30 cm), was zu einem drastischen Anstieg der Lasten führt.

Diese höheren Aufbauten tragen nicht nur mehr Pflanzenvielfalt und größere Wasserspeicherkapazitäten, sie setzen vor allem auch eine deutlich stärkere Dachstruktur voraus.

Materialgrenzen als Grenzen von Dachbegrünung

Die Materialien einer Dachbegrünung bilden ein komplexes Zusammenspiel aus Schutz, Funktionalität und Belastbarkeit. Jeder Bestandteil von der Abdichtung bis zur Vegetation erfüllt eine zentrale Aufgabe. Gleichzeitig setzen Materialeigenschaften klare Grenzen, etwa durch Gewicht, Witterungsanfälligkeit oder technische Eignung.

  • Dachabdichtung: Sie muss dauerhaft wurzelfest sein, sonst dringen Pflanzenwurzeln ein und beschädigen die Dachhaut. Nicht jede Abdichtung ist dafür geeignet, eine falsche Auswahl kann zu erheblichen Undichtigkeiten führen.
  • Drainageschicht: Diese sorgt für den geregelten Wasserabfluss und verhindert Staunässe. Ist sie zu schwach dimensioniert oder ungeeignet, staut sich Wasser auf dem Dach oder es trocknet zu schnell aus.
  • Filtervlies: Es hält Feinteile aus dem Substrat zurück und schützt die Drainage vor Verstopfung. Bei schlechter Qualität oder falscher Verlegung kann die gesamte Entwässerung beeinträchtigt werden.
  • Substrat: Es muss leicht, strukturstabil und wasserdurchlässig sein. Zu schwere Substrate belasten die Dachstatik, zu lockere können weggespült werden oder absacken.
  • Vegetation: Pflanzen müssen zum Standort passen. Bei falscher Auswahl entstehen Pflegeprobleme, unzureichende Begrünung oder Schäden durch zu starke Wurzelausbreitung.

Die physikalischen Grenzen von Dachbegrünung

Die Entwässerung ist ein weiterer physikalischer Grenzpunkt im System. Begrünte Dächer speichern Regenwasser im Substrat und verzögern den Abfluss, was positiven Einfluss auf das urbane Wassermanagement haben kann. Überschüssiges Wasser muss jedoch zuverlässig abgeführt werden, damit Staunässe und Schäden an der Dachabdichtung vermieden werden.

Ein zu geringes Gefälle oder eine unzureichende Drainageschicht kann dazu führen, dass Wasser langfristig auf der Dachfläche steht und die Abdichtung sowie die Vegetation schädigt. Besonders bei intensiven Systemen mit hoher Wasserspeicherung muss der hydraulische Abfluss sorgfältig geplant und konstruiert werden, etwa über geeignete Ablaufdrosseln oder zusätzliche Retentionsschichten.

Pflegeaufwand und ökologische Grenzen

Auch ökologische Faktoren und der erforderliche Pflegeaufwand setzen Grenzen.

Extensivbegrünungen mit robusten Sedumarten benötigen vergleichsweise wenig Pflege, oft nur eine jährliche Kontrolle und gelegentliche Nachsaat. Intensive Dachgärten hingegen verlangen regelmäßige Bewässerung, Düngung, Schnittmaßnahmen und die Kontrolle von Drainagesystemen, was laufende Kosten und Personaleinsatz erfordert.

Ökologisch kann es eine Herausforderung sein, ein dauerhaft gesundes Pflanzenökosystem zu etablieren, das den wechselnden Bedingungen von Trockenheit, Wind und Nährstoffmangel auf Dächern standhält. Gerade auf geneigten Flächen kann die Wasserversorgung der Pflanzen schwierig werden, was spezielle Bewässerungssysteme oder angepasste Pflanzenselektionen notwendig macht.

Die Grenzen von Dachbegrünung überwinden

Auch wenn technische und bauliche Hürden zunächst abschreckend wirken, ist eine Dachbegrünung in vielen Fällen dennoch realisierbar. Oft reicht schon eine gezielte Planung mit passenden Materialien und Systemen, um aus scheinbaren Grenzen funktionierende Lösungen zu machen.

Leichte Begrünungssysteme ermöglichen auch auf statisch eingeschränkten Dächern eine Bepflanzung, ohne die Traglast zu überfordern. Für geneigte Dächer gibt es ausgereifte Sicherungselemente, die ein Abrutschen des Substrats verhindern und die Dachfläche nutzbar machen. Moderne Materialien vereinen Schutz, Drainage und Wasserspeicherung in einem und reduzieren gleichzeitig Gewicht und Aufbauhöhe.

Auch bei der Entwässerung gibt es clevere Lösungen, etwa durch Retentionsschichten oder Ablaufdrosseln, die den Wasserhaushalt regulieren. Die Auswahl robuster, standortgerechter Pflanzen senkt den Pflegeaufwand, ebenso wie automatische Bewässerungssysteme.

Wer frühzeitig plant und auf durchdachte Komplettsysteme setzt, kann viele der klassischen Begrenzungen nicht nur ausgleichen, sondern aktiv nutzen. So wird selbst ein schwieriges Dach zur grünen Chance.

Haben Sie Fragen zum Thema der Grenzen von Dachbegrünung? Dann stehen wir Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

BENNING Dachbegrünung GmbH – Wir sind ihr Ansprechpartner und Experte rund um intensive und extensive Dachbegrünung. Die Dachbegrünung ist ein Teilgebiet der Bauwerksbegrünung, welche sich aus Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung zusammensetzt.

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Mit unserem fachlich geschulten und erfahrenen Team stehen wir Ihnen bei Fragen zur Seite und beraten Sie gerne in Ihrem Vorhaben. Wir schaffen individuelle Gründächer, kümmern uns um die fachgerechte Pflege und richten uns nach Ihren Wünschen.

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Wir gestalten Dächer im gesamten Münsterland, dem Ruhrgebiet, in der Region Osnabrück und sind deutschlandweit unterwegs.